CeBIT 2007: Fraunhofer IESE präsentiert die mitdenkende Wohnung

Intelligente Lebensassistenzsysteme stehen im Mittelpunkt der Präsentation des Fraunhofer IESE auf der diesjährigen CeBIT in Hannover. Eine Miniaturausgabe des institutseigenen Assisted-Living-Labors gibt Besucherinnen und Besuchern interessante Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung auf diesem hoch praxisrelevanten Gebiet. Ziel ist es, älteren und hilfsbedürftigen Menschen mit Unterstützung modernster Informationstechnologie länger ein selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Zu finden ist das Fraunhofer IESE in Halle 9 auf dem Stand B36 (Fraunhofer-Gesellschaft) und auf dem Stand des Bundesministeriums für bildung und Forschung B40.
Es geschieht, wenn niemand damit rechnet: Eine plötzliche Kreislaufschwäche führt bei einem älteren Menschen zum Schwindelanfall und schließlich zum Sturz. Doch die intelligente Wohnung greift sofort ein: Besucher erleben in einer realitätsnahen Simulation über zwei Messestände hinweg, wie der Gehstock des Seniors den Unfall erkennt, das haustechnische System selbständig versucht, den Patienten anzusprechen, und schließlich die "Rettungsleitstelle" alarmiert. Laut medizinischer Schätzungen könnte diese Technik im regionalen Umfeld des IESE bereits heute täglich einen Verunglückten vor schwerwiegenderen Folgen eines Unfalls bewahren.
Das im kleineren Maßstab auf den Ständen der Fraunhofer-Gesellschaft und des BMBF vorgestellte Assisted-Living-Labor ist in der Tat eine Laborumgebung der besonderen Art. Was sich auf den ersten Blick kaum von einem üblichen Wohnumfeld unterscheidet, ist durchgehend mit ausgeklügelter Sensorik und elektronischer Datenverarbeitung ausgestattet. Ziel dieses Aufwands: Eine Wohnung, die "mitdenkt" und einer Bewohnerin oder einem Bewohner situationsabhängig genau im richtigen Moment die richtige Hilfestellung anbietet.
Daten erfassende Einbauten wie z.B. RFID-Chips im Bodenbelag oder Bewegungssensoren in den Räumen oder mit Sensoren ausgestattete Alltagsgegenstände sind dabei nur Teile eines weitaus komplexeren Gesamtsystems. Den eigentlichen Kern der Anlage bildet die softwaregestützte Verknüpfung und Interpretation der gelieferten Sensordaten gemäß des aktuellen medizinischen Erkenntnisstands. Erst damit wird die praktische, kontextsensitive Unterstützung seitens des haustechnischen Systems möglich.
Die Forschungen des Fraunhofer IESE auf dem Gebiet der Lebensassistenzsysteme konzentrieren sich auf das Systems Engineering von Umgebungen, die Situationen aufgrund verknüpfter Sensordaten selbständig erkennen und bewerten. Für den Menschen bedeutet das ganz allgemein eine Entlastung von Routineaufgaben und dadurch mehr Zeit für Kreativität. Zudem können Gefahren abgewendet werden. Nicht nur im Gesundheitswesen dürfte dies zur Kostenersparnis führen. Ältere und hilfsbedürftige Menschen profitieren davon durch bessere Betreuung in besonderer Weise – eine gesellschaftliche Verpflichtung, die aufgrund des demographischen Wandels an Bedeutung gewinnen dürfte.
Pressemitteilung von openPR.de News
Finde ich eigentlich eine interessante Idee. Sollte ich auf der CeBit dies Jahr sein, werde ich mir das mal anschauen.